Wer kümmert sich um den Schimmel – Maler oder Gutachter?
Dieser Artikel beleuchtet, welche Rolle Maler und Gutachter in der Schimmelbekämpfung spielen und wann Experten hinzugezogen werden sollten.
Maler oder Gutachter – Wer genau kümmert sich um den Schimmel? Da nicht selten bauliche, mikrobiologische oder gesundheitlich relevante Ursachen dahinter stecken, ist das eine durchaus berechtigte Frage! Dieser Beitrag hilft Ihnen, Ihre eigenen Kompetenzen klar abzugrenzen, Kunden richtig zu beraten und bei Bedarf qualifizierte Experten wie Schimmelgutachter, Baubiologen oder Labore einzubeziehen.
Wann Malermeister Schimmel selbst behandeln können
Malerbetriebe dürfen und können Schimmel unter bestimmten Voraussetzungen selbst beseitigen. Das betrifft vor allem Fälle, in denen:
der Schimmel oberflächlich ist, z. B. punktuelle Stockflecken durch kurzfristig erhöhte Feuchtigkeit
keine gesundheitlichen Beschwerden beim Bewohner bestehen
keine baulichen Schäden wie Durchfeuchtung, Wärmebrücken oder Leckagen erkennbar sind
die Ursache eindeutig ist, z. B. falsches Lüften oder ein kurzzeitiger Wasserschaden
Typische Maßnahmen, die Malermeister verantwortungsvoll selbst übernehmen:
fachgerechte Reinigung und Desinfektion befallener Oberflächen
Abtöten des Schimmels mit geeigneten Mitteln (z. B. alkoholfrei, chlorfrei, materialverträglich)
Einsatz von schimmelhemmenden oder feuchtigkeitsregulierenden Anstrichen, wie mineralischen Systemen
Dokumentation der eigenen Maßnahmen
Wichtig: Auch wenn die Arbeiten korrekt ausgeführt werden, sollte der Malerbetrieb immer auf Ursachenaufklärung achten. Wenn die Ursache nicht sicher geklärt ist, besteht Wiederholungsgefahr.
Wann ein Schimmelgutachter eingeschaltet werden sollte
Ein Schimmelgutachter ist immer dann nötig, wenn der Befall oder die Ursache nicht eindeutig ist. Gutachter analysieren nicht nur die sichtbaren Schäden, sondern prüfen auch unsichtbare Schimmelquellen hinter Wandbekleidungen, Estrichen oder Dämmungen. Sie sind damit auch die erste Wahl in Situationen, in denen Ursachenforschung und Rechtsklarheit essenziell sind.
Ein Schimmelgutachten ist sinnvoll, wenn:
der Schaden größer als 0,5 m² ist (Empfehlung der Umweltbundesbehörde)
gesundheitliche Beschwerden auftreten (Husten, Reizungen, Allergien)
Bauteile feucht sind oder Feuchtigkeit vermutet wird
rechtliche Auseinandersetzungen drohen (z. B. zwischen Mieter und Vermieter)
die Ursache unklar ist und eine professionelle Analyse nötig ist
Leistungen eines Schimmelgutachters:
Analyse des sichtbaren und unsichtbaren Schimmelbefalls
Materialproben, Luftkeimmessungen und MVOC-Messungen
Bewertung der Befallsintensität
Dokumentation für Kunden, Versicherungen oder Gerichte
Erstellung eines Sanierungskonzepts
Begleitung und Kontrolle der Sanierungsarbeiten
Beratung zu Lüftung, Feuchtigkeit und Prävention

Baubiologen, Labore & Schimmelspürhunde – wann sie zum Einsatz kommen
Baubiologen
Baubiologen betrachten Gebäude ganzheitlich und erstellen bauphysikalische Messreihen, z. B. zu Feuchte, Temperatur, Materialfeuchte, Luftzirkulation oder Dämmung. Diese Fachleute werden hinzugezogen, wenn die Ursache komplex ist oder mehrere Faktoren zusammenkommen, z. B.:
Wechselwirkungen zwischen Baustoffen und Raumklima
Schadstoffbelastungen im Innenraum
Elektrosmog oder Luftschadstoffe zusätzlich zum Schimmel
mikrobiologische Belastungen in der Gebäudehülle
Labore
Labore sind unverzichtbar bei professionellen Schimmelgutachten oder rechtlichen Streitfällen. Sie analysieren Materialproben, Staubproben und Luftproben und werden hauptsächlich eingesetzt, um:
die exakte Schimmelpilzart zu bestimmen
die Gefährdung für die Gesundheit einzuschätzen
die Frage zu klären, ob es sich um aktiven oder toten Schimmel handelt
mikrobiologische Grenzwerte zu prüfen

Schimmelspürhunde
Diese süßen Vierbeiner zeigen selbst kleinste mikrobielle Aktivitäten an. Sie ersetzen zwar keine fachmännische Messung, sind aber dennoch ein wertvoller Hinweisgeber. Schimmelspürhunde werden eingesetzt, wenn Schimmel:
unsichtbar hinter Konstruktionen vermutet wird
versteckte Feuchtigkeitsschäden bestehen
Geruch auf Schimmel hindeutet, aber keine sichtbare Quelle vorhanden ist

Rechtliche Aspekte für Malermeister
Besonders wichtig: Sobald Schimmel gesundheitlich relevant sein könnte, bewegen sich Malerbetriebe rechtlich bereits auf dünnem Eis. Das heißt konkret:
Sie dürfen keine Diagnosen zum Befall oder zur Gesundheitsgefahr stellen
Bei Verdacht auf bauliche Mängel muss der Kunde an den Vermieter oder Eigentümer verwiesen werden
Bei unklaren Ursachen oder größeren Befällen muss ein Schimmelgutachter oder Sachverständiger eingeschaltet werden
Eine falsche Einschätzung kann zu Haftungsrisiken führen
Zusammenarbeit von Malerbetrieb und Fachleuten
Für Malerbetriebe lohnt es sich, strategische Partnerschaften aufzubauen. So können Sie Ihren Kunden verlässliche Komplettlösungen anbieten – und vermeiden gleichzeitig Haftungsrisiken.
Schimmelgutachtern
Baubiologen
erfahrene Sanierungsunternehmen
Labore
Raumklima-Experten
Fazit
Malerbetriebe spielen eine wichtige Rolle in der Schimmelbekämpfung. Sie können viele Fälle eigenständig lösen, stoßen jedoch bei unklaren oder tiefgreifenden Schäden an Grenzen. Ein professionelles Schimmelgutachten ist unverzichtbar, wenn Ursachen nicht sichtbar sind, Gesundheitsgefahren bestehen oder bauliche Mängel im Raum stehen. Wer frühzeitig die richtigen Experten einbindet, sorgt für nachhaltige Ergebnisse – und steigert das Vertrauen der Kunden.

Hinweis
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Dies war ein Beitrag zu Wer kümmert sich um den Schimmel – Maler oder Gutachter?
Erstellungsdatum: 10. November 2025
Autor: Team Schimmelprotektor
Bilder: SMART-KLIMA, AdobeStock_249233722 / 1562183858 / 1496104766 / 283819307
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